- Design
Fassade: Vorher - Nachher
Vom hässlichen Entlein zum rosa Schwan
Dieses kleine Haus mit rund 95 m2 Wohnfläche über drei Etagen präsentierte sich innen nicht besser als außen. Alles schrie danach, dass sich endlich mal jemand um das Haus kümmert. Was bei genauerem Hinsehen auffiel, war der schöne Rhythmus der Fensteraufteilung in der Fassade. Vor meinem geistigen Auge entstand ein kleines französisches Landhaus. Um diesem Ziel näher zu kommen, wurde zunächst einmal ein Container bestellt und das Gebäude von innen sichtbaren, vorgehängten Rollläden und deren Schienen und von allerlei Schmutz und abblätternder Farbe befreit. Im ersten Obergeschoss wurde das zugemauerte Fenster wieder geöffnet. Der Effekt innen war ebenfalls großartig, denn durch die Entfernung der vorgesetzten Rollläden erhielten die Innenräume deutlich mehr Licht. Alles wurde hell und freundlich und wirkte entsprechend großzügiger.
Originalfensterläden gefunden im Schuppen Perfekt Aufbewahrt!
Im Schuppen im Hof fanden sich tatsächlich noch die restlichen Originalfensterläden. Durch die Aufbewahrung im Schuppen waren sie über viele Jahre keiner Witterung ausgesetzt und in erstaunlich gutem Zustand. Lediglich der Lack war spröde und porös. Da das helle Grau ohnehin nicht als Farbe anvisiert war, wurden die Läden professionell von den alten Lacken befreit und bekamen eine neue, dunkelgraue Oberfläche mit einem leichten Blaustich; ein Farbton, der an einen Nachthimmel erinnert. Durch den dunklen Farbton der Fensterläden bekam die Fassade deutliche Akzente. Dem gegenüber steht der Roseton des Putzes. Diesen zu finden, war nicht ganz so einfach. Mir schwebte ein sehr pudriger Ton vor, der einerseits klar als Rosa erkennbar war, aber nicht so rosa war, das es in eine kitschige Richtung abdriftet. Das ist ein sehr schmaler Grat. Nach einigem Suchen wurde der richtige Farbton gefunden.
Die Fenster bekamen klassische Putzfaschen; diese wurden weiß – wie die neuen Fenster – angelegt. Gerade bei kleineren Immobilien macht es Sinn, die Putzfaschen in derselben Farbe wie die Fensterrahmen anzulegen. Da wirkt moderner und vergrößert optisch die Fenster. Die energetische Ertüchtigung des Hauses erfolgte über die hochwertigen Fenster, das Dach und eine moderne Heizungsanlage.
Eine Dämmung der Fassade war nicht an allen Seiten möglich. Da das Gebäude nicht über einen Vorgarten verfügt und an einer sehr schmalen Straße liegt, konnte verkehrsseitig nicht in den Straßenraum hineingedämmt werden. Dafür haben wir auf der Straßenseite die sehr schönen, kräftigen Fensterbänke erhalten. Um den französischen Look zu vervollständigen, ist eine Stuckplakette über der Eingangstür montiert worden. Das Eingangstür-Ensemble wird vervollständigt durch zwei Pflanzgitter aus Holz und schöne alte Natursteinstufen. Nach getaner Arbeit kommt dann endlich der schönste Moment: Da Gerüst wird abgebaut! Jetzt wird die neue Gestaltung in Gänze sichtbar. Jedes Mal wieder ein Aha-Moment.