Symbiose aus Moderne & Historie

Sanierung einer Hofreite in Darmstadt-Eberstadt

Alt oder neu, Stadt oder Land, zentral oder ruhig gelegen. Vor dieser Entscheidung stehen die meisten Menschen, die sich auf die Suche nach einer Immobilie machen. Oft befinden sie sich in einem Dilemma, denn ganz selten wird dies alles in Einern vereint. Manchmal aber muss man sich nicht entscheiden – ein behutsamer, individueller Umgang mit Bestandsimmobilien macht es möglich. Ein gelungenes Beispiel befindet sich in Darmstadt-Eberstadt. Darmstadt- Eberstadt ist einerseits geprägt von seiner gründerzeitlichen Villenbebauung und andererseits von bäuerlichen Strukturen

im Ortskern. Um ein solches Objekt handelt es sich hier. Ziemlich in die Jahre gekommen galt es aus drei einzelnen Gebäuden,

Gebäudeensemble

Haupthaus, Scheune und Nebengebäude, ein rhythmisches Gebäudeensemble zu formen, das einerseits an seine historischen Wurzeln anknüpft und andererseits modernen Wohnbedürfnissen und ästhetischen Gestaltungsansprüchen gerecht wird. Von zentraler Bedeutung war die Scheune. Was sollte aus ihr werden? Weit hinten im Hof zum Garten gelegen stand sie etwas einsam da, bestach aber durch ihr schönes Gebälk und ihr harmonisches Format. Die Idee war schnell geboren, dass die Scheune der ideale Plätz für eine moderne Küche wäre. Mit frei gelegtem Gebälk, großformatigen bretonischen Natursteinplatten und einer restaurierten Natursteinwand knüpft sie an ihre Ursprünglichkeit an und wurde modern interpretiert. Mit Deckenhöhen von bis zu 5,5 m wurde eine bäuerliche Kochkathedrale daraus.

Glasfaltanlage

Das Scheunentor ist nun eine großzügige Glasfaltanlage, die im Sommer die Küche zur Außenküche werden lässt und die Scheune zum neu gestalteten Hof hin öffnet. So wurde auch der Hof integriert und zum erweiterten Lebensraum und bleibt nicht nur Erschließungsfläche wie ehemals. Darum geht es, jeden Platz zu würdigen und ihm eine Bedeutung zuzuweisen. So auch der Lücke zwischen Scheune und Haupthaus. Hier entstand durch einen ein geschossigen Verbindungsbau zwischen Scheune und Haupthaus das neue Entree. Es zeichnet sich durch moderne Großzügigkeit, mit breiten Durchbrüchen zu allen Seiten, verschiedene Ebenen und weiten Sichtachsen aus.

 

Nebengebäude Umbau

Mit einem Mal fügte sich alles zusammen und wirkt mit dem gegenüberliegenden Nebengebäude wie ein kleines Dörfchen für sich, das mitten in städtischer Infrastruktur eine ganz intime, ruhige Privatheit entstehen lässt. All diese inhaltlichen und ästhetischen Fragen müssen auch technisch beantwortet werden. Die Immobilie wurde aufwändig mit neuer Haustechnik und Dämmung versehen, der große Gewölbekeller saniert und bei den Materialien wurde großen Wert auf Authentizität gelegt. So wurden z.B. naturrote Tonziegel und Holzfaserdämmung verwendet. Dennoch ist es sowohl ästhetisch als auch technisch keine nostalgische Architektur und verfügt selbstverständlich über homeofficetaugliche Haustechnik. Da im Leben nicht nur gekocht und gearbeitet wird, verfügt das Haupthaus über vier Schlafzimmer, zwei Bäder und einen offenen Wohnbereich.